Die folgenden Bericht von Alexander Kudelin, wurden in russischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie wurden von unseren Vereinsmitglied Denis Weingart ins Deutsche übersetzt. 1.Bericht "Puls-Technik"
2.Bericht "Der
L-Faktor"
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| Puls - Technik. |
| Jeder Schütze
wird beim Schießen damit konfrontiert, dass seine Waffe ständig
in Bewegung ist. Diese Bewegungen bestimmen die Standfestigkeit, die
sich aus zwei Teilen zusammensetzt.
Den ersten Teil machen Bewegungen aus, die durch untereinander nicht abgestimmten Muskeln und ihres Tremors (Zittern) hervorgerufen werden, den zweiten Teil verursachen die Herzschläge. Wenn das erste leicht zu trainieren ist, so ist das zweite praktisch nicht trainierbar. Nicht selten ist der pulsierende Teil beim Neuling wie beim hochkarätigen Schützen gleich. Wenn man die Kurve des Zielens eines hochkarätigen Schützen analysiert, werden diese zwei Teil leicht feststellbar. Pulsieren beim Schießen liegend und kniend beträgt 60-80% der gesamten Standfestigkeit. . |
| Auf dem Bildschirm
(oben) rechts ist die Kurve des Zielens eines hochkarätigen Schützen
beim Training liegend dargestellt. Mit Gelb
ist der Abschnitt des Zielens während des Herzschlags dargestellt,
mit Blau das Schwanken der Waffe zwischen den Herzschlägen.
Anhand dieses Beispiels sehen wir, dass die Waffe sich hauptsächlich
wegen des Herzschlags bewegt. Daraus folgt, dass das beste Ergebnis zu
erreichen ist, wenn der Schuss zwischen den Herzschlägen gemacht wird.
Besonders wichtig ist dies während des Wettkampfs. Während im
Training der Sportler die Pulsierung mit dem Auge kaum vernimmt und somit
ziemlich erfolgreich schießen kann, so werden diese Schwankungen
im Wettkampf zu einem ernsthaften Hindernis, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
In den letzten 6-7 Jahren wurde eine Analyse
der Schießtechnik aller erfolgreichsten Sportler Russlands und anderer
Länder durchgeführt und heute kann man sicherlich behaupten,
dass die besten Ergebnisse im Schießen stehend oder kniend lediglich
mit der Technik der Betätigung des Abzugs zwischen den Herzschlägen
zu erreichen sind. Das haben sie intuitiv gelernt und wurden aus diesem
Grunde erfolgreich. Den meisten Sportlern fehlt dieses Wissen und sie beherrschen
deswegen diese Technik nicht. Unsere Aufgabe ist es aber, diese Technik
zu erlernen.
Im ersten Abschnitt sollten sie Autogenes
Training erlernen. Ich möchte nicht ausführlich auf die Methodik
des Autogenen Trainings eingehen, man kann sich einer beliebigen Standardmethodik
aus einem Lehrbuch über psychologische Vorbereitung im Sport bedienen.
Dies hilft drei Hauptaufgaben auf einmal zu lösen:
Nachdem Sie diese Technik mental erlernt haben, können Sie zum realen Training übergehen und versuchen, das gelernte umzusetzen. Während des Trainings wird nach jedem
Schuss, beim automatischen Wiederholen, die Schlussphase des Schusses kontrolliert.
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| Diese Grafik (oben) zeigt die Geschwindigkeitsänderung
der Kurvenbewegung 1 sek. vor dem Schuss. Die untere Grafik zeigt das gleiche
Training, allerdings erfolgte die Analyse 3Sek. vor dem Schuss.
( Dafür muss man in Schussparameter die Kontrollzeit auf 3000 Millisekunden ändern ) . |
| Diese Grafik (oben) sieht einer Sinuskurve
ähnlich und ist typisch für einen hochkarätigen Schützen.
Sie veranschaulicht, dass die meisten Schüsse genau zwischen den Herzschlägen erfolgt worden sind, wenn die Betätigung des Abzugs mit Herzschlägen nicht abgestimmt ist, dann sieht die Grafik etwas horizontaler aus. . |
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| Alle vorausgegangenen
Grafikbeispiele stammen vom Schießtraining liegend. Diese Technik
ist auch beim Schießen kniend von Bedeutung. Beim Schießen
stehend hat diese Technik keine so große Bedeutung, aber eine sorgfältige
Analyse der Kurve beim Schießen stehend, besonders in 3-5 sek. vor
dem Schuss, bestätigt eindeutig, dass die meisten erfolgreichsten
Schützen den Abzug zwischen den Herzschlägen genauso betätigen
wie beim Schießen liegend.
Es sei hier erwähnt, dass die Analyse einer großen Anzahl von Schützen unterschiedlichen Niveaus zeigt, dass der Abdruck zwischen den Herzschlägen nur bei hochkarätigen Sportlern erfolgt. Aus diesem Grunde kann man mit Sicherheit diese Technik allen Schützen beim Schießen aus allen Lagen empfehlen. Der Fehler Nr. 1 beim Schießen. Analysebesonderheiten der Koordination eines Schützen. Auf der Grafik „Koordination“ ist auf der
X-Achse der Zeitpunkt 1 Sekunde vor dem Schuss dargestellt, auf der Y-Achse
die Abweichung von der Mitte der Zielscheibe, die Kurve zeigt den Durchschnitt
der Abweichung aller Waffenschwankungen beim Zielen von der Mitte der Zielscheibe.
Die Kurve weist drei Varianten auf:
Die erste und die zweite Variante veranschaulichen
in der Regel, dass der Schütze in guter Verfassung ist und dass das
Training erfolgreich war, allerdings darf man hier
Die Neulinge weisen oft sinkende oder horizontale Linie auf, aber sie ist ziemlich weit von der Mitte entfernt und ist deshalb nicht als besonders erfolgreich zu bewerten. Die dritte Variante, bei der die Steigerung
vor dem Schuss zu beobachten ist, informiert den Sportler wie den Trainer
darüber, dass in der Abschlussphase Probleme auftauchen, oder anders
ausgedrückt, die Waffe verlässt den Zielpunkt vor dem Abschuss.
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| Auf der Koordinationsgrafik
beginnt der Kurvenanstieg fast immer in der Zone 0,3 – 0,2 sek. vor dem
Abschuss. Das hängt mit der physiologischen Reaktion des Menschen
zusammen. Wenn der Schütze mit der Waffe das Ziel anvisiert und gezielt
hat, dann entscheidet er sich zum Abziehen und sendet den Befehl an den
Finger, abzudrücken.
Von der Entscheidung bis zum Abdrücken
dauert es 0,2 bis 0,3 sek. Dies ist auch gut von der Zielscheibe bei der
einfachsten Analyse der Waffenschwankung beim Zielen abzulesen.
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| Auf diesem
Bild ist die Waffenschwankung beim Zielen 0,2 Sek. vor dem Abschuss blau
und eine Sekunde vor dem Abschuss gelb
markiert.
Es veranschaulicht, dass in der Zeit von 1 Sek. bis 0,2 Sek. vor dem Schuss der Schütze ziemlich sicher die Waffe in der Mitte hält, aber 0,2 Sek. vor dem Schuss verlässt die Waffe das Ziel. Das ist das Problem Nr.1 im Schießsport. Mit diesem Problem wird jeder Sportler
konfrontiert, vom Neuling bis zum Olympiasieger. Bei der Befragung klagen
die Sportler,
Während des Abdrückens hat sich der Schütze auf dreierlei Sachen zu konzentrieren: ZIELEN, ABZUG BETÄTIGEN und STABILES HALTEN DER WAFFE. Allerdings wissen wir aus der Physiologie
und der Psychologie, dass der Mensch sich nicht gleichzeitig auf mehrere
Handlungen konzentrieren kann. Man kann ohne weiteres eine Handlung kontrollieren,
mit zwei Handlungen wird es schon schwieriger, ganz unmöglich ist
es drei oder mehr Handlungen gleichzeitig zu kontrollieren.
STABILES HALTEN DER WAFFE – diese Komponente hat in allen Fällen die höchste Priorität. Die Waffe ist vor dem Schuss, während des Schusses und auch nach dem Schuss stabil zu halten. ZIELEN
UND ABZIEHEN – diese zwei Komponenten
rufen am häufigsten Streitigkeiten und Meinungsunterschiede hervor.
Die Antwort darauf, welche von beiden die erste Priorität besitzt,
gibt uns die Physiologie. Wenn man sich auf die Ausführungsmuskeln
konzentriert (Finger), dann beträgt die Reaktionszeit im Durchschnitt
0,2 Sek., und bei der Konzentration auf die Sensorsysteme (Zielen) beträgt
die Reaktionszeit 0,3 sek.
Aber das bringt nichts, denn der Hauptfehler
– Verlust der Kontrolle über die
Daraus folgt, wenn Sie auf der Grafik eine
ansteigende Kurve beobachten, dann sollen Sie empfehlen, die Waffe vor
dem Schuss und während seiner Ausführung stabil zu halten.
Ausführlicher wird die Lösung dieser Aufgabe durch beste Sportler im nächsten Artikel „Zielen“ beschrieben. 03. Februar 2001
Übrigens:
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